
Punktgenau zur „Sommerauskehr“ trafen wir uns am Samstag, den 17.09.11 mit Stephan in Laucha, Hans, Kay, Falco, Andre‘ und ich, Harald.
Ein bisschen gezweifelt hatte ich ja, bei der Windvorhersage und der anfangs ziemlich südlichen Windlage ……aber das Vertrauen in Stephan war groß und sollte sich auch bestätigen.
Schon ab 9:00 Uhr trudelten die ersten vereinbarungsgemäß in Laucha ein. Manch einer kam noch nicht ganz so früh vom heimischen Frühstückstisch weg, doch irgendwann waren alle da.
Zunächst herrschte noch totale Flaute. Wir machten uns fertig und das war auch gut so, denn als bald erwachte der Wind. Kay gab ihm noch schnell das obligatorische Dummy-Opfer und begrüßte den unteren Landeplatz. Der Wind nahm es dankend an, schon ging es los und bald waren alle in der Luft. Das (Schirm)-Hochkriegen war kein Problem. Etwas Arbeit war dann das „unter Kontrolle bekommen“, rückwärts zur Kante laufen, ausdrehen, wieder stabilisieren, ein, zwei Schritte und schon ging es ab. Einige benötigten mehr als einen Versuch (ich auch),

aber dank Stephans sachlicher, energischer
Anleitung klappte es dann doch recht gut.
Nach rechts gleiten, den Aufwind an der berühmten „Hütte“ mitnehmen, drehen, wieder zurück und alle möglichen Heber mitnehmen, wieder drehen, zur Hütte und dann nach belieben weiterfliegen. Hoch hinaus ging es nicht, aber es war gut zum Soaren, ziemlich dynamischer Hangwind…… und das sprach sich in Windeseile herum, von Saalfeld bis Berlin.
Bald war die Kante voll und man hatte Mühe sich zwischen den zeitweise 22 Piloten in der Luft hindurch zu kämpfen. Gut beraten war der, der hinter das „Wäldchen“ auswich und dort etwas mehr Ruhe fand. Auch die Spitzenpiloten konnten kaum die oberen Etagen belegen und so blieb es beim Gedrängel auf den unteren Niveaus an der Kante.
Irgendwann waren wir dann auch fürs erste gesättigt, die Konzentration ließ nach und einer nach dem anderen landete. War auch genau richtig, denn wenig später war der Wind vollends erwacht. Für uns nicht mehr zu fliegen. Nur noch die „ganz Guten“ hielten sich noch etwas, bis auch sie sich für den sicheren Boden entschieden.

Dann hieß es lange warten, essen, trinken, quatschen. Christian verkürzte und etwas die Zeit mit seinen „acro“-batischen „black“-Einlagen. Bei hohen Windstärken schleuderte er sich und seinen Schirm durch die Luft, bald hoch oben, bald in rasanter Geschwindigkeit kurz überm Hang. Auch die Landungen waren sehenswert. Einmal in enormer Geschwindigkeit mit Wind weit nach hinten bis zum Segelfliegerstartplatz, ein anderes mal rückwärts an der Kante mit folgenden scheinbar federleichten Sprüngen über Schirme und Drahtseil …… Wahnsinn, wie dieser Kerl das Medium beherrscht.
Nach diesen kulturellen Einlagen gelüstete es uns nach
einem Pott Kaffe und leckerem Quitten- bzw. Johannesbeerkuchen bei Frau “Wolke“. Für ein Randstück gab es noch eines gratis.
Der Wind ließ nach und schon ging es wieder in die Luft. Alle kamen gut raus und konnten nach Herzenslust soaren …… ja, wenn da nur nicht die vielen anderen wären, die das auch wollten und taten. Irgendwie hat man sich aber doch durchgemogelt, ähnlich wie am Vormittag, bis es wieder reichte, der Wind schwächer wurde, die Konzentration nach ließ und man dann lieber landete. Mancher nutze alles aus und musste später unten abgeholt werden. Die Flugzeiten lagen insgesamt für jeden zwischen ein und zwei Stunden.
Der Himmel verdunkelte sich immer mehr ….. Sommer ade ….. und als der Regen kam hatten wir längst eingepackt und saßen wieder in der trockenen „Wolke“ beim Landebier und der obligatorischen Auswertung. Kay übergab Frau „Wolke“ endlich die schon lange überfälligen Gleitschirmflieger-Fotos zur Wanddekoration, selbst angefertigt, kleine Konkurrenz für die Segelflieger, und erhielt dafür natürlich ein Freibier.
Alle waren zufrieden, es war dank Stephans guter Vorbereitung ein gelungener Sommerabschieds-Fliegertag. Nun freuen wir uns auf die kommenden schönen Herbstflüge.
Die Rückfahrt war grusselig bei Gewitter und zeitweise starkem Regen – nur gut, dass wir diesen Tag so ausgiebig genutzt hatten.
Harald Dobermann